Monoqool

Das Ende der Überproduktion: Wie der 3D Druck auf Abruf den weltweiten Erfolg von Monoqool ermöglicht

Können kleine Modeunternehmen vom 3D Druck profitieren? Ja! Seit fast einem Jahrzehnt entwirft und produziert der dänische Brillenhersteller Monoqool 3D gedruckte Brillen in enger Zusammenarbeit mit Prototal Dänemark.

Ein Glücksfall öffnete Monoqool erstmals die Augen für die Vorteile der additiven Fertigung. Eine dringende Anfrage für eine Modemesse in Paris im Jahr 2012 war der Startschuss. Monoqool sollte so schnell wie möglich eine neue Kollektion für die Marktpräsentation entwickeln. Der Prozess musste schnell sein, aber nicht auf Kosten von Design, Qualität oder Funktionalität. Um sicherzustellen, dass die Kollektion rechtzeitig in Paris ankommt, entschied sich das Unternehmen für 3D Druck.

Monoqool hat diese Entscheidung keine Sekunde lang bereut: Die Qualität erwies sich als mindestens genauso hoch wie bei konventionell hergestellten Brillen, mit einer Vielzahl zusätzlicher Vorteile. Diese Vorteile haben dazu geführt, dass Monoqool heute zu 100% auf 3D gedruckte Brillen setzt.

Verkürzter Entwicklungsprozess

Seitdem Monoqool vor fast 10 Jahren beschlossen hat, ein Pionier im Bereich 3D gedruckter Brillen zu werden, hat das Unternehmen große Erfolge erzielt. Heute beliefern sie mehr als 1.000 Einzelhändler weltweit mit modischen Brillen.

Der Erfolg des dänischen Unternehmens beruht auf diversen Faktoren, einer der wichtigsten Faktoren war die Schnelligkeit. Während es normalerweise mindestens 12 Monate dauert, eine Brillenkollektion zu entwerfen und herzustellen, sorgte die Partnerschaft mit Prototal dafür, dass die Neuentwicklungen von Monoqool in weniger als fünf Monaten abgeschlossen werden konnten. Monoqool arbeitet mit Prototal sowohl bei der Herstellung von Prototypen als auch bei der Serienfertigung zusammen.

“Der Zeitrahmen von der Designidee bis zum Prototypen ist extrem kurz. 3D Druck ist dabei wie ein Wundererkzeug, das unsere Prozesse beschleunigt. Wir können Ideen sofort testen, weil unsere Designphase beschleunigt wurde. 3D Druck ist wirklich für alle Unternehmen geeignet, die kürzere Produktentwicklungsphasen benötigen und die mit geringen Stückzahlen und einer hohen Variabilität arbeiten. 3D Druck hat unsere Markteinführungszeit erheblich verkürzt”, sagt Allan Gröndahl Petersen, Gründer und Direktor von Monoqool.

Während das Design und die Produktion herkömmlicher Brillen auf langwierigen Prozessen und weltweitem Versand beruhen – mit dem Risiko von Verzögerungen, Fehlern und Verschwendung – ist die Zusammenarbeit mit Prototal im Bereich 3D Druck völlig anders. Heute werden die Zeichnungen einfach per E-Mail an Prototal geschickt, die die gefertigten Teile nach dem Testdruck und der Qualitätsprüfung zur Endmontage und zum Versand an Monoqool zurückschicken.

Anpassungen sind nur selten erforderlich und da Entwicklung und Produktion so schnell ablaufen, vergrößert sich das Zeitfenster für Entscheidungen. Gleichzeitig ist die Liefertreue auf dem Höhepunkt. Allan Gröndahl Petersen erklärt:

“Heute können wir mit der Produktion bis zu 2-3 Monate warten, bevor wir einen neuen Rahmen auf den Markt bringen. Die Möglichkeit der produktionsnahen Fertigung – sowohl zeitlich als auch räumlich – verschafft uns einen klaren Wettbewerbsvorteil und macht uns sehr viel beweglicher, wenn es um Modeschwankungen geht. Es erleichtert uns, Kollektionen zu entschlüsseln und diese an die aktuellen Markttrends anzupassen.”

Wie ein kreativer Spielplatz: Mühelose Anpassung der Kollektion

3D Druck reduziert nicht nur den Entwicklungsprozess und den Transport über lange Strecken erheblich sondern ermöglicht es Monoqool auch, den Umfang der Kollektionen zu erweitern, da die Technologie eine unendliche Entwicklungskapazität bietet.

“Eine neue Brillenkollektion besteht oft aus mehr als 60 verschiedenen Varianten. 3D Druck garantiert uns eine immense Designfreiheit”, sagt Allan Gröndahl Petersen.

Heute kann Monoqool zweimal pro Jahr eine aktualisierte Kollektion mit neuen Farben herausbringen. Diese hohe Frequenz trägt zur Stärkung der Marktposition des Unternehmens bei.

“Mit dem 3D Druck haben wir Zugang zu einem wertschöpfenden ‘Experimentarium’, das es uns ermöglicht, viel mehr Formen als zuvor auf den Markt zu bringen”, erklärt der Eigentümer von Monoqool. Er hebt auch das geringe Gewicht und die hervorragende Passform der 3D gedruckten Brillen hervor. “Weil wir experimentieren können, können wir sicherstellen, dass unsere Brillen immer gut sitzen. Die Anpassung des Designs braucht immer ein paar Runden und man sollte nie den ersten Entwurf akzeptieren. Aber im Gegensatz zur herkömmlichen Produktion haben wir beim 3D Druck mehr Zeit für die Feinabstimmung. Davon profitieren sowohl Einzelhändler als auch Endverbraucherinnen.”

Schluss mit großen Chargen: Minimaler Abfall mit 3D Druck

Die Mode ändert sich schnell. In der Welt der Brillen ist es nicht ungewöhnlich, dass 20-30% einer Kollektion unverkauft bleiben und schließlich weggeworfen werden. In der Niedriglohnproduktion hängen niedrige Preise von hohen Stückzahlen ab. Große Mengen desselben Modells bedeuten oft, dass ein hoher Prozentsatz der Brillen einfach nicht verkauft werden kann, wenn die Verbrauchenden sie in den Geschäften übersehen.

Das bekannte Streben nach kostengünstiger Produktion und langen Transportketten ist umwelt- und ressourcenbelastend, aber für Monoqool unnötig. Mit einer kurzen Time-to-Market können sie fast nach Bedarf produzieren.

Dank der Zusammenarbeit mit Prototal arbeitet Monoqool mit einem marginalen Puffer, was nach Allans Ansicht den 3D Druck zu einer nachhaltigeren Lösung macht – sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich.

“Wir wollen dazu beitragen, mit der Wegwerfkultur zu brechen. Wenn wir mit 3D Druck arbeiten, können 98% der dabei verwendeten Rohstoffe für andere 3D gedruckte Produkte recycelt werden. Dies steht im Gegensatz zur herkömmlichen Brillenproduktion, bei der oft 75-80% des Rohmaterials weggeworfen werden. Wir sind nicht auf Großserien und Langstreckentransporte angewiesen, was bedeutet, dass 3D gedruckte Brillen dazu beitragen, die CO2-Emissionen zu reduzieren”, sagt Allan Gröndahl Petersen.